Reiseberichte

Feuerwerkpaddeln


Zum ersten Mal veranstaltete der Chiemsee Outrigger Canoes e.V. eine Ausfahrt in der nacht zum Feuerwerk im Rahmen des Seebrucker Seehafenfest.

Um 18 Uhr ging es von Schützing los Richtung Seebruck. Bereits bei der Hinfahrt wurde per GPS die exakte Route getrackt, da es beim Zurückfahren besonders heikel ist in der Nacht den Untiefen vor Schützing auszuweichen.

Ein wunderbarer Sommerabend war die Hinfahrt an dem sich bereits duzende Segelboote auf dem See platziert haben um später dem Feuerwerk zuzusehen.

Angekommen in Seebruck war ein Grillplatz schnell gefunden, sogar eine Bank zum bequemen Sitzen war noch verfügbar. Bei 23 Grad Wassertemperatur, wobei diese im flachen Seebrucker Wasser gefühlt eher 27 Grad betrug, machte das “Abkühlen” besonders Spaß.

Gesellig bei Bier, Wein, Cider und v.a. Wasser war der Abend bis zum Startschuß des Feuerwerks ein gelungenes Event.

Auch das Feuerwerk selber hat die Fahrt hierher lohnenswert gemacht, wobei es gefühlt doch etwas länger hätte dauern können

Das Zurückpaddeln mit Wetterleuchten im weit entfernten Österreich machte umso mehr Freude, als wir nochmal mitten auf dem See die Abkühlung im lauwarmen Chiemseewasser erleben durften. Es ist schon etwas Besonderes nach Mitternacht in fast völliger Dunkelheit mitten auf dem Chiemsee zu schwimmen.

Obwohl der Rückweg durch die Untiefen vor Schützing, va. die Schützinger Klippen und den Ausläufer von Süden her extrem schwierig zu steuern war, sind wir fast zentimetergenau dem GPS track folgend im richtigen “Fahrwasserkanal” wieder in Schützing angekommen.

Ein absolut gelungenes Event, das wir sicherlich nächstes Jahr zum Feuerwerk oder heuer bei Gelegenheit wiederholen werden. Die grüne Linie zeigt den Verlauf der Fahrt nach Norden und die blaue die Fahrt nachts zurück. Jeweils fast auf halber Strecke ist die Pause erkennbar, bei der das Boot währenddessen abgedriftet ist.

Mehr Fotos gibts hier


Ein Danke an die Spardabank

???? Wir möchten uns ???? und mit Trommelwirbel ???? bei der Sparda-Bank München eG bedanken.

Die Geschäftsstelle #Traunreut hat uns bei ihrer 20-jährigen Jubiläumsfeier letzten Freitag unter wenigen ausgewählten Vereinen ein Preisgeld von 1.000 ???? zukommen lassen. 
Wir konnten den ca. 60 Anwesenden bei einem Pitch den Auslegerkanusport näher bringen und davon überzeugen, dass wir einer der 250 Vereine in Traunreut und Umland sind, die einer Förderung würdig sind.

Das Besondere ist, dass die gemeinwohlorientierte Sparda-Bank 20.000 € an sozial orientierte Organisationen gespendet hat, anstatt eine große Jubiläumsfeier zu organisieren. 
Ein überzeugendes, sozial wertvolles Statement, finden wir, das voll auf die Werte der Sparda-Bank einzahlt.

Wir waren außerdem begeistert von der absolut herzlichen und persönlichen Atmosphäre in der Niederlassung Traunreut.

Vielen Dank #SpardaBankTraunreut ???????? im Namen aller unserer Vereinsmitglieder ????
#SpardaBank 
#Spende 
#Gemeinwohl #Traunreut

Boodensee Tour 2017


Wanderfahrt am Bodensee August 2016

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Wochenende am Staffelsee 2016

Die Route vom Samstag

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Die Route vom Sonntag

 

 

Herbstwanderung 2015

Am 26.09.2015 hat der COC die erste seiner zukünftig hoffentlich jedes Jahr stattfindenden Herbstwanderung gemacht. Zum Auftakt ging es von der Talstation der Hochplattenbahn in Marquartstein entlang des Wanderwegs teilweise auf der Forststraße und teiilweise auf einem Steig hinauf zur Staffenalm. Anschließend über die wunderschöne Almwiesen entlang Richtung Hochplatte. Auf halben Weg in einer Waldlichtung haben wir die Massen der Wanderer verlassen und sind rechts ab auf den kleinen abgelegenen Gipfel des Friedenrath, den Balkon zum Chiemsee, aufgestiegen. Etwas Trittsicherheit ist hier schon notwendig gewesen.

Da wir nur wenige Wanderer waren und uns fit fühlten haben wir kurzerhand beschlossen weiter zur Kampenwand zu wandern, und zwar auf dem sehr schwierigen Weg von Süden her über den Klettersteig. Es ging vorbei an der Piesenhausner Hochalm entlang der Südseite der Kampenwand und dann steil bergauf über die mit Seil gesicherten letzten Meter des Klettersteigs hinauf zum Gipfel.

Eine zweite Runde alkoholfreies Franziskaner Radler machte uns fit um unseren Weg zu vervollständigen. Rainer fühlte sich trotz seiner vorausgehenden Nachtschicht und nur 30 Minuten Schlaf und vor allem seiner neuen Laufschuhe, dieser speziellen Zehenschuhe, trotzdem fit um nicht den kürzeren Weg zurück wie wir hergekommen sind zu nehmen, sondern zur Steinlingalm Richtung Norden abzusteigen um dann weiter über die Gedererwand runter Richtung Maisalm auf den Forstweg zu kommen. Dieser Weg führte uns schließlich über einen langen Umweg und einen weiteren Aufstieg um ca. 300 Höhenmeter zurück zur Staffenalm, wo wir dann den bereits bekannten Rückweg zum Parkplatz antreten konnten.

Wir waren begeistert, trotz dem druchwachsenen Wetter und der etwas dürftigen Aussicht. Rainer war sichtlich begeistert vom Härtetest den er seinen Schuhen unterzogen hat und ich merke wie auch er dein Ziehen in den Oberschenkeln.

Schön wars und vielleicht wird dies ja wirklich zur Tradition unseres Vereins.

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Vogalonga 2015

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das ist der offizielle Name der diesjährigen Vogalonga, DEM Paddelevent in Venedig. über 1800 Kanus und Boote waren bei der diesjärigen Vogalonga angemeldet und über 8000 aktive Paddler und Ruderer waren auf der über 30 km langen Runde durch und um Venedig herum unterwegs.

Details findet ihr unter www.vogalonga.eu und www.vogalonga.it

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Zu viert sind wir (Claudia und Andreas vom Ciemsee Outrigger Canoes e.V.) mit zwei Gästen am Samstag um 6 Uhr morgens bei Regen aufgebrochen. Ja, wir vertrauten dem Wetterbericht, der besagte, dass der Regen auch in Venedig gegen Nachmittag abnehmen und am Abend aufhören sollte. Am Sonntag, so die Vorhersage, soll der Wind dann sogar bis Mittags auf unter 8 km/h fallen und die Sonne sich zeigen.

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Was für ein Glück wir dann letztendlich hatten ist uns am Sonntag klar geworden. Eigentlich wie vorhergesagt nur, dass der Sonntag tatsächlich ein richtiger Sommertag war mit gefühlten 26°C. Das einzige was uns noch erinnerte an die vergangenen Regentage war die Wassertemperatur.

Es war wieder ein wunderbar erlebnisreiches und gelungenes Event. Sogar wesentlich entspannter war alles. Das Abholen der Unterlagen und der Startnummer war einfach, da wir diesmal genau wussten wo wir hin mussten, auch der Weg war relativ einfach, da wir die Anfahrt vom Campingplatz (Fusina) zum Markusplatz bereits kannten (ca. 7 km). Übrigens, für alle die den Campingplatz noch nicht kennen. Er liegt nicht wirklich schön, also inmitten des Industrie-Hafen-Gebiets. Aber an der 100 m entfernten kleinen Marina (Hafen) können die Boote und Kanus wunderbar ins Wasser getragen werden.

Im Hauptkanal, wo auch die großen Kreuzfahrt-Monster unterwegs sind, waren die Wellen teilweise beängstigend hoch (der Lipnosee lässt grüßen). Das wird uns eine Lehre sein, beim nächsten Mal nehmen wir wirklich Schwimmwesten mit und tragen diese auch, wenn auch nur in diesem 1 km langen Kanalstück.

Beim zurückpaddeln haben wir diesen Kanal nach 2/3 der Strecke geschickt umfahren und sind um die Insel Sacca Fisola herumgefahren (s. GPS-Track) durch einen kleinen Verbindungskanal zurück auf die Route zum Campingplatz. Eine schöne Erfahrung mal andere nicht touristische Inseln bei Venedig zu sehen.

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Die eigentliche Vogalonga-Runde durch die Bucht von Venedig war auch wunderbar entspannt, da wir einige Pausen einlegten, sei es zum Toilettengang (war übrigens wirklich interessant und amüsant, wie die einzelnen Paddler erfinderisch waren hier im Flachland auf die Toilette zu gehen), zum Beine vertreten,  zum Schwimmen oder auf einen “schnellen” Cappuchino auf der Insel Murano. Gut dass Robert so gut Italienisch konnte, somit stand einer Bestellung und der schnellen Bezahlung nichts im Weg, und wir konnten unsere Weiterreise fortsetzen. Naja, so schnell hätten wir eigentlich gar nicht sein müssen, denn vor dem Eingang nach Venedig gab es wieder einen riesigen Stau. Diesmal warteten wir ca. 1 Stunde, in der wir den Eingang  zum Kanal fast schon berührten, dann wieder zurück gedrängt wurden und über 100 Meter entfernt waren. Dieses Spiel wiederholte sich einige Male, alles auf engstem Raum. Mit fast kenternden Ruderern, die bei eingeklappten Rudern fast die Balance verloren und auch manchem sehr genervten italienischem Gondoliero, der entweder uns am Iako mit seinem Paddel festhielt und uns am Vorwärtskommen hinderte oder lautstark uns mit “Bastardo” beschimpfte, wenn er es nicht geschafft hat sich und seine Godel an uns vorbei zu schieben. Aber ansonsten ist diese Vogalonga wieder absolut friedvoll verlaufen, und nach dem Stau hat sich die Lage wieder sehr schnell entspannt und wir konnten das Highlight, also die abschließenden Kilometer durch den Canal Grande wunderbar genießen und auch das ein oder andere Foto machen mit unseren am Vortag auf dem Markusplatz für 3 EUR erstandenen Zauberstäben, den sog. Selfy-Sticks, den Teleskopstangen, an die man eine Kamera befestigen konnte und von oben dann Fotos von uns und den Booten/Kanus machen konnte.

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Zum Schluss der Vogalonga, es fehlte nur noch ca. 1 km, da ertönte dann der Schluss-Schuss. Jetzt war wohl die Vogalonga zu Ende, aber wir noch nicht am Ziel. Hmmmm, wir waren alle sehr gespannt, aber dieses Signal ist wohl eher für die Motorboote gedacht, denn jetzt nahm der Verkehr auf dem Kanal wieder zu. Nach längerem Anstehen – wir waren nicht die letzten – an der Medaillen- und Siegerurkunden-Ausgabe (Die Italiener ließen sich wirklich jede Menge Zeit dafür) – hatten wir endlich unsere Trophäen in den Händen und zudem noch einen Bund Bananen. Wir entschieden uns jetzt noch irgendwo im ruhigen Wasser anzulegen und die restliche Zeit nicht am Campingplatz inmitten von Hafenindustrie, sondern noch in Venedig zu verbringen. Eine gute Entscheidung, ganz relaxed ließen wir uns durch die Gassen zwischen den Kanälen treiben und bekamen tatsächlich irgendwo noch einen guten Cappuccino für 1,50 EUR mit auf den Weg, den wir dann am Canal Grande in Ruhe genossen.

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Wirklich seltsam was für Leute sonst noch die Vogalonga bestritten. Da war ein junger sportlich wirkender Paddler in seinem Faltboot, der, wie sich herausstellte neben mehreren Flaschen Bier auch zwei Flaschen Wein unterwegs als Proviant verzehrt hatte. Genau so haben wir das dann fast erwartet, wie er versucht hat torkelnd sein Boot aus dem Wasser zu heben. Fast wäre er ins Wasser gefallen, fast unter der Last seines Kanus zusammengebrochen, fast alle seine vielen schweren leeren Flaschen aus dem Boot fallend auf dem Boden zerbrochen. Mit etwas Hilfe hat er es dann doch geschafft ….. Verrückt was auf der Vogalonga für Leute unterwegs sind.

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So nahm unsere Tour also wieder ein Ende. Heil aber angenehm erschöpft am Campingplatz angekommen haben wir es uns verdient – eine gute frische gekühlte Flasche Bier für 4 EUR vom Campingplatzkiosk. Duschen, Brotzeit (eine Pizza im Restaurant hätte 1,5 Stunden gedauert), eine Flasche Wein und wir sind alle geschafft angenehm ins Zelt gefallen und haben geschlafen wie man so schön sagt: “like a baby”.

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Bis zum nächsten Mal – Venedig wir kommen wieder, vielleicht schon zur Vogalonga 42a

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Andare in Canoa a Delta di Po (Paddeln im Po Delta)

Fünf Paddler und ein Dackel erkunden das Po Delta (Reisezeit: 06.06. bis 14.06.2014)

Dies ist ein sehr persönlicher Bericht, da die beiden Autorinnen der Meinung sind, dass es eine sehr schöne und persönliche Reise war. Entstanden aus den Aufzeichnungen und Notizen eines Reisetagebuchs vor Ort.

Start der ersten Crew mit Tane Motu – Stefan, Roland, Sigrid und Dexter – war am Freitag 06.06.2014 ab Traunreut, mit Stefan’s Wohnwagen, am Vormittag Richtung Italien, der Sonne und Wasser am Po entgegen.

Wünsche von: Stefan – schöner Wind für das Lenkmatten-Segel im Kanu und dieses filmen von oben. Gutes Fischessen. Seegang zum Surfen, aber ohne Sturm. Roland – schweigt und lässt sich am liebsten überraschen. Sigrid – Vollmond Paddeln am Meer. Paddeln in schöner Gegend geniessen.

Kurz nach Sonnenuntergang, nahe dem Ziel fällt das GPS aus und unsere vertraute Navigationsstimme informiert uns nicht mehr. Aber Meisternavigatoren irritiert das nicht, selbst nach Sonnenuntergang im Dunkeln. So wie die Seefahrer nach James Cook, Magellan usw. mit Papierkarten die Welt bereisten, so fanden wir per Landkarte unseren Weg zum, von Stefan vorgesehenen, Übernachtungs- und Startplatz zur Delta-Erkundung auf den Koordinaten 44.94942 12.49038.

Samstag 07.06.2014

Nach dem Zusammenbau unseres Viersitzer Kanus, dem Beladen und einer maorischen Startgeste mit Lauten ging es los vom Kraftwerk- Standort nach Pila. Pila hat enttäuscht, weil es schlammig, teuer und das Ufer mit Fischerhütten zugebaut ist. Somit für nautische Gäste ungeeignet.

Weitere Fahrt Richtung Rastplatz…

Unser Rastplatz und späterer Übernachtungsplatz ist am Ende des Deltas auf den Koordinaten 44.96719 12.55182. Ein wunderbarer Sandstrand auf dem man quasi hawaiisch mit dem Kanu anlanden kann. Nicht wie auf Cres (Expedition in Kroatien 2011) oder am „heimischen“ Bayrischen Meer, wo das Ufer aus Geröll besteht.

Stefan ist überrascht. Wo er vor einem Jahr problemlos paddelte, reicht heute der Wasserstand, an einigen Stellen in den Lagunen, für das Eintauchen von 2/3 Paddelblatt.

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Der blaue Lenkdrachen wird die Tage immer mal wieder am Strand erprobt und Dexter kläfft begeistert, durch heißen Sand rennend, hinauf.

Roland hingegen liegt genüsslich mittagsschlafend im Sand. Er wird immer mal wieder von Dexter besucht, indem er ihm genüsslich durchs Gesicht schleckt. Dexter liebt es außerdem junge Langusten zu jagen, Stöckchen, Nachbarhunde und seien sie noch so viel größer als er. Er wurde sogar in einem Strauch herum kletternd und bellend gesichtet.

Bei Sonnenuntergang ist die Luft sehr friedlich und Sigrid möchte unter freiem Himmel übernachten. Als sie jedoch sieht, wie der Po Delta erfahrene Stefan sein Zelt aufbaut, ahnt sie was kommen wird und tut das Gleiche. Wie auch Roland ist weise, es zu tun. Denn, ….., Dunkelheit und es sirrt in der Luft und wir können uns nur noch mit einem Sprung in die Zelte vor den Myriaden von Mücken retten.

Sonntag 08.06.2014

Morgens, Sigrid hat mehrere dicke, entzündete Placken am Bein und fühlt sich elend. Das dürfte mehr allergische Reaktion auf verdreckte Insektenstiche, als Sonnenstich Reaktion gewesen sein, denn sie machen sich tagelang bemerkbar.

Wir entdecken spannende Spuren im Sand – ist es nun eine Echse gewesen, ein hiesiger Wasservogel, ein entlaufener Alligator oder Pinguin? Für eine Schildkröte sind sie zu schmal. Die Antwort Fischotter, den wir Tage später beim Paddeln trafen, trifft jedenfalls nicht zu. Der hinterlässt ganz andere Spuren.

Bevor wir weiterziehen wird aus einem größeren Schwemmholz und Strandgut (leider überall vorwiegend Müll) noch eine Skulptur gestaltet.

Was wir jeden Tag aufs Neue genießen, sind die langen Pausen in den selbst angelegten Schattenplätzen, denn das Wetter ist alle Tage der Reise sehr heiß glühend. Überall stehen von Einheimischen aufgebaute Holzkonstruktionen, die als Schatten- Hütte genutzt werden können. Diese werden von uns, mit alle möglichen Planen, Seilen, fantastischen Stefan-Knoten (Palsteg, Schotsteg, Weblein) Schatten werfend zurecht gemacht. Stefan ist unter anderem der Knoten- Experte unter uns. Er lässt uns so immer wieder an seinen vielen Segel- und Paddel- Erfahrungen teilhaben.

Montag 09.06.2014

SMS von Andreas und Claudia „Vogalonga war ein Hammer“ (siehe sein Bericht). Am Nachmittag kommen sie, von Venedig her, zu unserer Expedition dazu.

Sigrid, die gerne Erfahrungen im Steuern erneuern und erweitern möchte, fährt uns erst mal im Kreis herum und fragt nach technischem Verstehen. Sie zeichnet Kanus auf Papier. Und schon steht Stefan da, hat aus einem Stück Holz ein Kanu, 2 Iako und eine Ama gefertigt. Sigrid spendet noch das Paddel dazu und schon geht es ans theoretische Verstehen.

„Ich übermittle die Kraft, die auf das Paddel wirkt auf das Kanu. Und nicht die Strömung zwischen Kanu und Paddel, wie ich es gedacht hatte.“ „Dort wo ich als Steuerfrau sitze, dort bewegt sich das Kanu nach links oder rechts. Und nicht die vordere Spitze des Kanus. Ich konzentriere mich darauf, was vorne geschieht. “ Hach, ist doch logo, oder?

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Logo ist auch, dass Andi und Claudia abgeholt werden. Nachdem alle nun schon zu lange im Schatten abhängen und warten, paddeln Stefan und Roland Richtung Kanal (Autostellplatz). Sie müssen ziemlich lange paddeln, bis die Beiden doch auftauchen und sich über die Eskorte freuen.

Es werden erstemal Neuigkeiten und Erlebnisse der letzten Tage ausgetauscht bis alle beschließen nochmal ans Festland zu ziehen, die restlichen Sachen zu packen und am Abend nochmal zusammen in die Pizzaria vor Ort zu gehn. Als uns die Familien Clans und Mücken zu laut werden, machen wir uns auf den Heimweg zu unserem Übernachtungsplatz. Schließlich wollen wir für den Start unserer offiziellen Rundtour ausgeschlafen sein…

Dienstag 10.06.2014

Der Tag startet um ca. 7 Uhr. Es wird geräumt, beladen, Einkaufslisten erstellt (und bestellt: wichtig ein Geburtstagskuchen für Mittwoch) und natürlich gefrühstück. Nachdem Stefan und Roland vom Einkauf zurück sind, geht gemütlich unsere 1. Etappe los. Wir peilen den selben Schatten-/ Lagerplatz an, wie am Tag zuvor – es ist einfach zu heiß um tagsüber längere Strecken auf dem Wasser zu sein. Im Wasser liegt auch unser zweites Kanu ganz gut – beladen mit Andi und Claudia sowie ausreichend Proviant und Trinkwasser.

Nach unserer Siesta im selbstgebauten Strandcamp (geschätzte Zeit zwischen 13 und 14 Uhr): Claudia schreibt, Andi und Stefan genießen das Meerwasser, Sigrid räumt etwas auf und Roland läuft mit einer Schaufel Richtung Westen. Ziel: unbekannt. Möchte er sich im kühlen Sand eingraben, so wie Dexter (unserer Dackel), welcher sich unter unserem Tisch eine angenehme Kuhle gegraben hat und vor sich hindöst…?

Als alle wieder im Lager, aus verschiedenen Richtungen eintreffen (Roland hat sich nicht im Sand eingegraben) entsteht ein spontanes Fotoshotting von oben. Stefan hat seinen Lenkdrachen dabei mit oben instalierter Kamera und so kann er scheinbar unbemerkt über uns hinwegfliegen – wäre da nicht Dexter, welcher einen Höllenlärm macht und das unbekannte Flugobjekt von unten anbellt. Wir machen alle ungeschmickt eine gute Figur und auch unsere Kanus, wie sie in der Sonne am Meer liegen. Puh, war das anstrengend mit Dexter dem Lenkdrachen hinterher zu jagen und auch noch zu lächeln…also alle wieder ab in den Schatten und wir finden ganz schöne Gesprächsthemen, bis auf unseren kleinen Dackel, welcher lautlos einen Platz im kühlen Sand findet.

Irgendwann ist es dann wieder Zeit aufzubrechen und einen netten Platz für die Nacht zu finden. Gesucht – gepaddelt – und gefunden gibt es lecker Abendessen. Andi und Claudia gehen noch einwenig am Strand sparzieren um kurz nach Sonnenuntergang zurück zu sein – denn dann tanzen die Mücken. Alle verziehen sich im Zelt: es ist heiß wie in der Sauna und die kleinen Blutvampiere kleben wie die Geier am Zelt. Roland würde sagen der Sand – überall am Körper und in der Hose – war schlimmer. Sigrid und Claudia hassen die Mückenbiester mehr! Den Tagesrhythmus bestimmt die Sonne und so wachen wir am nächsten Tag, trotz nächtlichem Mückengesurre, pünktlich zu einem wunderbaren Sonnenaufgang auf…

Mittwoch 11.06.2014

Claudia hat Geburtstag und das wird gefeiert. Hmm, mit italienischem Kuchen, mit einer großen Klangschale, die Andreas ihr schenkte, mit kleinen Geburtstagskerzen. Roland und Sigrid schenkten zum Sonnenaufgang einen hawaiischen Chant, den sie schnell noch eingeübt hatten:

Die Bavaria Va’a Rapper live :-) 

E ALA E wach auf
KA LA I KA HIKINA die Sonne kommt im Osten
I KA MOANA über dem Meer
KA MOANA HOHONU dem Meer so tief
PI’I KA LEWA sich dem Himel erhebend
KA LEWA NU’U zu des Himmels höchstem Punkt
I KA HIKINA da im Osten
AIA KA LA dort ist die Sonne
E ALA E steh auf

Nach einem wunderbaren Geburtstagsfrühstück packen wir alle zusammen und Sigrid, Roland und Stefan zeigen Andi und Claudia nochmal die merkwürdigen und undefinierten Spuren im Sand. Claudia ist froh, dass die Zelte weiter weg standen über Nacht.

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Es entsteht noch ein Gruppenbild bei der COC- Skulptur bei den Koordinaten 44.96719 12.55182. Und bald sind wir wieder auf dem Wasser, Richtung Leuchtturm. „Attentione Militare“ schreckt uns ab und wir paddeln weiter.

Es ist schön im Delta mit vielen Vogelgeräuschen, Fischen die über die Kanus springen und einem Fischotter, welcher sich uns zu erkennen gibt. Dann aber schnell Richtung Meer zum nächsten Rastplatz auf 44.99200 12.50704. Andi, Stefan und Dexter sind auf Strand Erkundungstour. Sigrid scheint zu meditieren, Roland genießt den Schattenplatz und Claudia ist gespannt, was noch passiert.

Als alle wieder da sind und sich erschöpft in den Sand niederlassen, gibt Claudia ihr erstes Klangkonzert mit ihrer tibetischen Becken- Klangschale. Dexter demonstriert zunächst unbekannte Töne und sucht am Strand das Weite. Während Andi und Roland sich mit den Wellen einschwingen.

Nach einem zweiten Geburtstagskuchen paddeln wir weiter bis zum nächsten Mündungskanal. Dort steht bereits eine wunderbare Casa, mit blau- weißer Wachstischdecke und der Schattenschutz ist auch schon angebracht. Wir wählen dieses als unseren Übernachtungsplatz. Vorher genießen wir gemeinsam gekochtes, eine gute Flasche Rotwein und ein Geburtstags- Lemon-Likör von Stefan selbst destilliert. Unsere beiden Vorstandsvorsitzenden teilen sich, eine am Strand gefundene Aludose mit österreichischem Bier (Anm. d. A.: was für ein herrlicher Genuß). Mückenalarm nach Sonnenuntergang und alle sind in den Zelten verschwunden.

Donnerstag 12.06.2014

Nachdem wir alle eine mückenreiche und nicht erholsame Nacht hatten und Claudia schon mit Trinkwasser duscht und Sigrid das eine gute Idee findet, erwähnt Stefan den klaren Weißensee, mit tollem Campingplatz. Claudia und Sigrid jubeln: „Dort wollen wir hin.“ Auch Stefan strahlt. Einen Tag Alpensee paddeln, mit klarem nicht getrübten Wasser. Nach Tagen der Hitze mit über 39°, Alpenluft genießen, bevor es wieder heim in den Chiemgau geht. Auch die beiden Anderen stimmen sich ein, obwohl Andreas gerne die Runde im Po zu Ende gebracht hätte, mit geplanter Schleusen Durchfahrt.

So machen wir uns also auf den Weg, von Andreas navigiert, zu unserem Auto Standplatz. Nachdem alles gepackt und aufgeladen ist, geht es durch das schwül-hitzige Italien nach Österreich. Stefan’s letzte Worte zu Andreas und Claudia waren: „Wir treffen uns am Ostufer. Es gibt dort nur einen Campingplatz.“ Und weg waren wir mit unseren zwei Autos.

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Aus einem unerklärlichen Grund (Zielort Weissensee?) landen Claudia und Andi am Abend am Westufer des Sees. Per SMS wird verabredet, dass wir uns am nächsten Tag am Nordufer des Sees auf dem Wasser treffen.

Freitag 13.06.2014

Die Wiedersehensfreude ist groß, als es tatsächlich klappt und die beiden Crews sich auf dem See erkennen. Zufällig treffen wir uns exakt in der Mitte des Sees, wo ein wunderschönes Restaurant liegt. Eine letzte gemeinsame Einkehr mit guten Gesprächen. Alle sind sich einig, dass dies ein gelungender Abschluss unserer gemeinsamen Tour/ Urlaubs ist. Der wirklich, fantatisch klare See, türkisfarbenes Wasser, umgeben von einer herrlichen Landschaft und wir scheinen im schönsten Cafe der Gegend zu sein: Terrasse zum See, Strandkorb, Cappuccino und Apfel-/Schmandstrudel. Was will man mehr…?

Claudia und Sigrid wollen es nochmal ganz genau wissen: Was war das schönste dieser Tour?

Stefan: ohne viele Worte – “Also schön wars”!

Sigrid: ” Da reichen meine 10 Finger nicht für”!

Andreas: “Gut, dass wir den Kanal, im Po Delta, nicht mehr fahren mussten. Aber schade, dass wir die Schleuse verpasst haben.”

Claudia: “Unser schönes Wiedersehen hier am See, mein Geburtstag und viele kleine Momente”

Roland: “Seelenbad nach Sandbad” und “nun paddelt jeder Stamm wieder in seine Richtung”

Huck! Was für ein schönes Schlußwort. Stefan holt seinen Stamm mit dem Kanu am Steg des Cafes ab – was für ein Service! Die Wolken am Himmel laden nun auch nicht mehr zum Verweilen ein und die 1. Crew paddelt Richtung Osten…Bis bald….bis bald…noch ein zwei Fotos und auch Andi und Claudia machen sich auf Richtung Westufer. Alle kommen gut am Festland an und lassen für sich den Urlaub ausklingen.

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Mehr Infos findet man auch bei Google

Chiemsee Nachttörn bei Supermond (Vollmond)

Dieses Wochenende (Vollmond) ist schon das zweite Perigäum in diesem Jahr bei dem sich der Mondabstand zur Erde auf enge 357.000 km verringert, was ihn größer und heller erscheinen lässt.

Freitag 08. August, der COC rückt gleich mit zwei Va’a aus um das Spektakel auf dem Wasser zu verfolgen.

Letzte Wolkenfetzen vor den Chiemgauer Bergen lösen sich auf, am Himmel sind noch etliche Ballone unterwegs und der See hat badefreundliche 22 Grad. Für den fliegenden Crewwechsel beim nächsten Wettkampf übt Andreas unterwegs schon mal das Einsteigen… erst mal im Stillstand.

Mit den letzten Sonnenstrahlen laufen wir unsere Warteposition Steghäusel in Lambach an, im V2 TENA KORUA die Damencrew Claudia und Eva, im V4 TANE MOTU Andreas, Martin, Roland und Stefan.

Ganz schön was los hier im kleinen Strandlokal, aber die beiden jungen Frauen vom Service bleiben trotzdem humorvoll wie immer. Die Teleobjektive der kleinen kompakten Digi-Cams sind bis zum Anschlag ausgefahren und auf den Erdtrabant gerichtet. Formatfüllend und kraterrandscharf leuchtet er im Display. Wo steht denn nun diese US-Flagge, oder waren die am Ende gar nicht… ?

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Langsam wird es Zeit für die Rückfahrt nach Schützing, Stirnlampen blitzen auf und schemenhaft verschwinden die Kanus aus dem Blickfeld der Mondanbeter am Strand.

An Bord werden jetzt die Positionslichter der Boote auf dem See analysiert. Rotes Seitenlicht, darüber weisses Licht. Aha, ein Segelboot mit Dampferlicht unter Maschine, jetzt also ausweichpflichtig gegenüber uns. Dann ein Boot mit Seitenlicht, Dampferlicht und Ankerlicht im Masttop, wir sind ratlos.

Wir paddeln den silbern glitzernden Pfad Richtung Supermond und verweilen still in seinem Spiegelbild im Wasser, Claudia schlägt an Bord ihre Klangschale an. Ja, es hat schon was, so nachts auf dem Bayerischen Moana im Va’a.

Aus dieser Richtung und bei der Beleuchtung ist es einfach die heimischen Gestade zu finden, wir sollten bald mal zu einer Orientierungsfahrt bei stockdunklem Neumond aus der Feldwieser Ecke zurück nach Schützing starten. Wer kommt mit?

40. Vogalonga in Venedig

Pfingstsonntag 2014 in der Lagune, über 2100 Boote mit mehr als 8000 Ruderern und Paddlern bewegen das Wasser und das Gemüt.
Der COC vom Chiemsee ist mit dem V4 VAHINE MOTU zum dritten Mal dabei.
Hier gibts die Planungsunterlagen samt Karte und track zum downoad: Vogalonga_2014

Samstag, 7. Juni

6 Uhr Morgens, es geht los. Das riesige gelbe 4er Outrigger auf dem winzigen roten Toyota Yaris Dach und Robert, Claudia und ich (Andreas) sind mit an Bord. Wunderbar, tolles Wetter begleitet uns und die Straßen sind frei, ganz im Gegensatz zu den Durchsagen im Radio …… Stau vor, am und nach dem Brenner. Wir nehmen den – der Name ist Programm – Felbertauern-Pass ;-) …. und haben die Straße für uns allein, was für ein Glück, nicht mal vor dem Tunnel gibt es eine Wartezeit.

Wunderbare Passstraßen, auch die durch das Sextener Tal vorbei an den Drei Zinnen ist wunderbar und uns bisher vollkommen unbekannt. Gute Musik, schöne Landschaften und ein bisschen fachsimpeln über das Outriggerpaddeln ….. das ist eine gelungene Einstimmung auf das bevorstehende Event. Die letzten Kilometer fällt Roberts Navigationsgerät aus und mein Handy hat irgendwie die Auslandslizenz für die Navigation vergessen, so geht es per Roberts Beschreibung nach der Handykarte der Route hinterher ….. und wir kommen an, ganz ohne uns zu verfahren, geht doch …. ganz ohne Computerstimme.

So, wo sind die Hamburger, unsere drei Mädels die ja schon wesentlich mehr Outriggererfahrung haben wie wir. Es dauert nicht lange, es ist bereit 13 Uhr und Jenny ruft an: Wir sind noch im Stau vor dem Brenner ….. und sind erst gegen 17 Uhr oder sogar erst später in Venedig. Oh das schaffen die niemals, nicht wenn das Vogalonga-Büro um 18 Uhr zu macht. Ausgemacht war, dass sie die Nummern gleich abholen und anschließend zum Campingplatz kommen. Na, dann schnell umdisponiert. Gut, dass ich die Unterlagen für die Abholung der Startnummer nochmals ausgedruckt hatte. …..

Soweit so gut, aber was steht da: You can collect the bib and promotional material at the enrolment office friday 6th and saturday 7th june from 9am to 6pm. Enrolment office location: http://www.vogalonga.com/?page_id=646 Ich drücke mit meinem Finger auf den Link der da auf dem ausgedruckten Papier steht, blöd sowas eigentlich, dass das noch nicht geht. Tja was für ein Pech, aber egal, wir fahren einfach mit der Fähre rüber, die Vogalonga kennt doch jeder und wir müssen uns nur durchfragen.

Angekommen, nach den ersten 5 Frageversuchen gebe ich es langsam auf. Hier weiss keiner Bescheid und die Kellner haben keine Lust, die wollen nur verkaufen. Also ab zur Touristinfo, die müssen doch Bescheid wissen. Super noch offen und wir kommen gleich dran, aber was ist das für eine Erklärung: ja klar, kennt sie, wir müssen diese Nummer anrufen und uns anmelden, sonst ist dort keiner da …. ??? Ich bin irgendwie perplex; Das kann doch nicht sein. Ich frage nach einer Adresse. Wie, die Adresse hilft uns nicht, wir müssen sowieso vorher anrufen, sonst macht keiner auf. Aber gut, die Dame schreibt mir die Adresse auf, es ist direkt über einem kleinen Süßigkeitengeschäft, sagt sie. Das alles hört sich sehr dubios an und wir vermuten schon eine italienische Vetternwirtschaft zwischen der Turistinformantin und ihrer Schwester, die einen Süßigkeitenladen besitzt. Ok, warum eigentlich nicht gleich … ich schreibe Jenny eine SMS und frage nach der Adresse ….. prompt kommt diese auch als Antwort. Gott sei Dank, jetzt wissen wir wohin, endlich. Jetzt kann nichts mehr schief gehen. Rein ins Navi und los. Super gar nicht weit, gleich neben der Rialtobrücke soll es sein.

… Angekommen, aber was ist das, die Nummer gibt es hier, wohin das Navi zeigt gar nicht, hier sind die Nummer um ca. 300 größer. ….. wir verzweifeln. Gut, weitersuchen, die Nebenstraßen absuchen …… Es soll hier irgendwo einen alten Fischermarkt geben ….. weit und breit kein Fischermarkt und die Hausnummern, nicht annähernd in jenem richtigen Bereich. OK, wir fragen nochmal. Es ist 17 Uhr, die Zeit läuft. Und wir haben noch keine heisse Spur. …. ja, wirklich ….. ich glaube es kaum, der Herr in diesem Laden kennt die Vogalonga …. ja und sogar, wo die Anmeldung sein soll. Super gleich rüber über die Brücke und dann rechts, dann kommt es gleich. Wir springen los, Claudia bleibt an einer kleinen schönen Anlegerstelle zurück und lässt mich und Robert weiter suchen. Weiter, weiter, weiter, bestimmt waren es noch 200 Meter bis zum Fischmarkt. Hier muss es richtig sein, es gibt Boote und es riecht nach Fisch. Wir suchen die Nummer 342. Ah hier: 339 … 340 … 341 … 343 ….. Was! Das gibt es doch nicht. Ah hier 342a …. Aber hier ist doch gar nichts. Das gibt es doch nicht, wo ist denn diese verflixte Hausnummer 342 ohne a. Rund um den ganzen Fischermarkt herum lauter Häuser aber die richtige Nummer ist nicht dabei.

Daaaaa schreit Robert 342 mitten auf dem Platz, die Treppe ist es, die nach oben führt. Das da oben, das ist das Haus mit der Hausnummer und hier steht auch “iscrizioni per la 40° Vogalonga”. Endlich wir sind da, es ist 17:30, wir haben es geschafft, gerade noch. Oben im 4 Stock angekommen auf dem Balkon stehen schon einige Leute Schlange. Wir bekommen ohne großes Ausweisen unsere Tasche mit allem Notwendigen. Tja leider sind alle T-Shirts schon weg. Ja wir sind auch sehr spät dran, sagt die nette Dame, aber wenn wir wollen, gibt es noch T-Shirts vom letzten Jahr. Super, nehmen wir 4x XXXL. …. und jetzt noch die letzten Minuten auf der Insel zur Ruhe kommen und geniessen. Wir haben ja alles jetzt.

Zurück am Campingplatz sind die Hamburgerinnen auch bereits angekommen ….. erschöpft und übermüdet nach jetzt fast 24 Stunden im Auto. Heute ist nicht mehr viel los. Wir sehen uns noch die fliegenden Fackellaternen an, die von einer kleinen Gruppe Italiener am Ufer angezündet werden. Wie diese seltsamen Flugobjekte in der Dunkelheit aufs Meer hinaus steigen sieht wunderbar aus, wie aus einem verträumten Liebesfilm, aber nicht kitschig. Ein aufregender Tag war das.

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Sonntag, 8. Juni

In Ruhe aufstehen, langsam fertig machen und mit einem ausgiebigen Frühstück in den Tag starten ……. tja, wäre schön gewesen. Ab 5 Uhr war auf dem Campingplatz die Hölle los, alle Paddler richteten aufgeregt alles her und machten sich bereits Aufbruch fertig. Gerade so, dass ich noch ein Brot essen konnte, da ging es schon los …. Das Kanu rüber zur Marina, dem kleinen Hafen, die einzige Stelle, an der man die Boote ins Wasser lassen konnte. Und da standen schon alle Schlange. Alles rübergeschleppt, Sonnencreme, Wasser, was zu Essen für den Tag, hoffentlich nichts vergessen ….

Ahhh eine Lücke, wir können ins Wasser … und schon gehts los. Ja wir sind zu 6. im 4er Kanu. Claudia&Claudia, unsere Passagiere, nehmen wir (Jenny, Andreas, Rebecca und Robert) mit auf die Insel nach Venedig. Die fast 8 Kilometer bis zum Startpunkt und kurz vorher zu dem Punkt wo wir die beiden aussteigen lassen, hängt das Kanu verdächtig tief im Wasser. Und wir haben Glück, dass die Personenfähren, die hier unterwegs sind, immer schön abbremsen, damit die Wellen nicht zu hoch werden. Aber das alles hilft dann doch nichts, als wir in den Hauptkanal einfahren, den auch die Schiffe benutzen, die aussehen wie schwimmende Stadte. 20 Stockwerke mindestens und bestimmt 4 Swimmingpools haben die. Schwapp und wir haben eine Ladung Wasser in unserem Boot und Claudia und Rebeca auf ihren Kleidungen.

So die Spannung steigt, beim Ausladen der beiden Claudias sehen wir den ersten 6er Outrigger des Venediger Outrigger Canoe Club. Schön dieses rosarote Kanu. Wir brechen auf in die Unmenge an Booten hinein und lassen uns treiben. Startlinie, nein sowas gibt es hier nicht, keine Ahnung, wo der Start überhaupt genau sein soll. Wo man hinsieht: Boote, Boote, Boote.

KNALLLLL!!!! Es geht los. Langsam bewegt sich der Koloss und wir sind mitten drin. Whow man weiss gar nicht wohin man schauen soll. Über 2300 Boote und weit über 8000 gemeldete Ruderer und Paddler. Ein gigantisches Durcheinander. Drachenboote mit allen möglichen Verzierungen, sogar die PaddlerInnen sind verziert. Es gibt kräftige dänische Ruderer und auch betrunken wirkende, Fahnen schwenkende Italiener, die aussehen, als ob sie jede Sekunde kentern werden. Ruderboote in sämtlichen vorstellbaren Längen und natürlich die Gondolieries sind unterwegs. Die Gondeln, das sind die Großen unter den Booten. Im Stehen rudern 2er, 3er, 4er, ….. und auch 20er Mannschaften, in einer Geschwindigkeit, die wir mit unserem Outrigger wohl nie erreichen werden. Unglaublich.

Ja Outrigger sieht man auch vereinzelt. Aber wenn man alle gesichteten zusammenzählt, kommt man höchstens auf eine Hand voll. Ja wir sind Exoten hier. Das merken wir. Es geht durch die offene Lagune, an Inseln vorbei. An Ufern, von denen aus mit italienischer Disko-Reggae-Musik die ganze Wasserfläche beschallt wird, feiern wir mit. Wir machen schließlich vor der nächsten großen Überquerung Rast auf einer kleinen flachen Insel, in der man sich leider NICHT hinter einem Baum verstecken kann. Egal, das macht hier irgendwie jeder ….. ein paar Meter rein in die Insel und …… Da geht es auch schon weiter. Jetzt nochmal raus in die offene Lagune …… und dann ja, dann ist Baden angesagt, das tut gut, macht aber fast keiner, egal, ich geniese es trotzdem, warum auch nicht wir sind doch weit genug von Venedig weg ;-)

Der nächste Halt, naja eigentlich nicht Halt, sondern eher lockere Fahrt mit was zum Schauen, ist die Durchfahrt des Kanals durch die Insel Murano. Schön, wie die Zuschauer uns von der Brücke bejubeln. Ein Vorgeschmack auf den Canal Grande, auf den es jetzt langsam zugeht. Wir überqueren das letzte offene Stück der Strecke und sehen schon den Stau vor der Einmündung in den Canale di Cannaregio, die engste Stelle der Strecke überhaupt. Wir stehen direkt vor Venedig im Stau.

Alle Boote warten. Robert klappt seinen Regenbogensonnenschirm auf. Die Polizisten finden es toll, alle anderen auch, obwohl die meisten eben keinen Sonnenschirm haben. Es ist Mittagshitze und wie wir später erfahren, dürfte nicht viel gefehlt haben zu den 39°C, die wir in den nächsten Tagen im Auto gemessen haben. Es ist ca. 13 Uhr nachmittags. Langsam lassen wir uns durch den kleinen engen Kanal schieben. Paddeln ist verboten, das kontrollieren die Posten auf den Ufern. Ja es gibt auch Polizisten im Wasser. Neonorange Neoprenanzüge und Helme haben sie an. Sie entkeilen und lenken fehlgeleitete Boote wieder in die richtige Richtung. Ganz schön Mutig. Ja mutig muss man auch sein, wenn man sich hier zwischen 20-Mann-Drachenbooten 10-Mann-Ruderbooten oder 20-Mann-Gondeln als kleiner Kayakfahrer verirrt hat. Ein bisschen Erbarmen hatten wir deswegen mit einem älteren französischen Paddelkollegen, der sich zwischen unseren Ausleger und unser Kanu mit seinem kleinen Faltboot bei uns verschanzt hat. Jetzt ist er sicher …. fast, denn zufällig hat unserer Campingnachbar, der coole eskimorollende Kayak-Profi aus der Schweiz den gleichen Platz bei uns entdeckt. Er verkündet uns lautstark, wie er jetzt gleich das Outrigger-Spiel machen würde …… Naja, soweit ist es dann doch nicht gekommen und es ist nur bei den coolen Sprüchen geblieben. Umso besser, dass unser französischer Freund nichts verstanden hat.

Durch die nächste kleine Brücke noch durch, dann haben wir es geschafft, dann sind wir auf dem Canal Grande …. und es geht wieder paddelnd zügig weiter. Was für eine Atmosphäre, diese außergewöhnliche Stille. Naja nicht wirklich still, aber ich nenne es trotzdem Stille, da man eben überhaupt keine Motorgeräusche hört. Das ist in Venedig etwas ganz besonderes. Da muss man genau hinhören, wenn man diese besondere Stille wahrnehmen möchte. Für andere war es laut wie immer, für mich etwas außergewöhnlich Interessantes.

Schön, da hören wir auch schon Claudia rufen, da oben sind die beiden ja wir schreien jetzt auch. Super, da sind wir. Da sind sie. Ich mache Fotos wie sie von uns Fotos macht und umgekehrt. Toll, so muss das sein. Das war jetzt auch die letzte Brücke vor dem Markusplatz, also dem Startpunkt der Vogalonga. Jetzt heisst es, genau zielen und nicht die kleine schwimmende Insel verpassen, um unsere Urkunden und Medaillien abzuholen. Aber Jenny steuert wie immer perfekt. Wenige Meter entfernt werfen die Mitarbeiter uns die Plastiktüte mit dem wertvollen Inhalt zu. Wir haben es schließlich doch geschafft: 30 km plus die 8 km Anfahrt und wir sind eigentlich noch nicht mit den Kräften ganz am Ende. Gut so, denn wir müssen ja noch die Überquerung zurück zum Campingplatz hinter uns bringen.

Das machen wir dann auch, nach einer kurzen Pause. Die Wellen werden schlagartig wieder bis zu einem Meter hoch, als wir das Fahrwasser der großen Schiffe erreichen. Wir kämpfen uns durch noch 7 km …. noch 5 km ….. wir sehen die ersten Anzeichen des nahenden Campingplatzes schon …. noch 2 km ….. wo war das gleich nochmal links, rechts, …. ach einfach den anderen Booten nach. hier gehts rein zur Marina. Wir haben es geschafft, ca. 42km sagt uns das GPS, nicht schlecht für uns vier, fast untrainierte Paddler.

Kaum haben wir das Kanu aus dem Wasser, schon sind Claudia&Claudia auch schon angekommen. Super Timing.

Aufräumen, Ankommen, Duschen …… den Tag ausklingen lassen, mit einem guten Bier oder einem italienischen Wein. Schön, dass wir dabei waren bei der 40. Vogalonga DER Demonstration gegen die überhandgenommene Menge an Motorbooten in Venedig.