Verhalten beim Kentern

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Unter Übungsbedingungen macht das Umdrehen eines gekenterten Va’a keine große Mühe.Wir haben im August 2010 am Chiemsee einige Kenterungen herbeigeführt und den V4 anschließend zu zweit wieder in Fahrbereitschaft gebracht.Bei starkem Wind und Wellen geht es aber erst mal um die Sicherung frei treibender Ausrüstung und Paddel.Wie wenig Energie zum Kentern eines Auslegerbootes erforderlich ist sollte jedes Crewmitglied durch Anheben des Ama bei voll besetztem Boot selbst einmal probiert haben.

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Gepäck sichern und empfindliche Dinge wie Handys und Fotoaparate immer wasserdicht verpacken! Geeignete Lenzschaufeln oder Eimer gehören auch zu jeder Ausfahrt und sind im Kanu festzubinden.

Nach dem Aufrichten befindet sich sehr viel Wasser im Boot. Vergleiche den Tiefgang zwischen Bild eins und fünf.

Die Kenter- Aufstellübung wird künftig Bestandteil der Bootführerausbildung und sollte auch von jedem Crewmitglied einmal mitgemacht werden. Schwimmer bleiben unbedingt ausserhalb der Ama Aufschlagstelle auf der sichern Seite!

Achtung: Das Va’a nicht mutwillig umwerfen! Um eine Kenterung zu vermeiden dürfen niemals alle, oder mehr als die Hälfte der Crew auf der rechten Seite paddeln oder sich aus dem Kanu lehnen. Die schweren Auslegerarme können einen Schwimmer neben dem Kanu erschlagen oder ein Kleinboot versenken. Vorsicht auch beim Aussteigen am Strand, nicht alle gleichzeitig rechts!

Ablauf des Wiederaufrichtens eines V4 nach Kenterung

Es werden in der Beschreibung die maskulinen Formen der Funktionsbezeichnungen verwendet.

Der Bootsführer ist für die Verteilung der Aufgaben an Bord während der Fahrt und besonders in Notfällen zuständig. Seinen Anweisungen ist nach der Bayerischen Schifffahrtsordnung gesetzlich Folge zu leisten. Bei Ausfall des Bootsführers übernimmt eine andere geeignete Person seine Vertretung.

1. Ruhe bewahren, das gekenterte Kanu ist unsinkbar.

2. Die Vollzähligkeit der Besatzung feststellen, fehlende Personen könnten sich im Luftraum unter dem Kanu befinden und wegen getragener Rettungsweste am Heraustauchen gehindert sein.

3. Treibende Ausrüstung und Paddel einsammeln.

4. Der Bootsführer bestimmt zwei Personen zur Aufrichtung und erklärt sein geplantes Manöver.

5. Die restliche Crew schwimmt zu Bug- und Heckschlaufe, hält sich dort fest und sichert die gesammelte Ausrüstung.

6. Die Aufrichtung erfolgt auf Kommando des Bootsführers wenn sich kein Schwimmer oder anderes Boot im Bereich des aufschlagenden Auslegers befindet.

Bewährt hat sich folgende Methode. Zwei grössere Personen sitzen rittlings sich zugewandt auf dem Bootsrumpf auf Höhe der Iakos. Der Fuß auf der Auslegerseite wird unter den Iako gehakt, der Andere auf das überstehende Iako-Ende gestellt. Auf Kommando wird mit einem synchronisierten Körperschwung das Kanu zurück in Fahrposition geworfen.

7. Der Bootsführer bestimmt die Personen zum Ausschöpfen der beiden Kanuhälften.

8. Ausrüstung und Paddel einladen.

9. Von der Auslegerseite her an Bord klettern und falls erforderlich gegenseitig unterstützen. Nasse Kleidung erhöht das Körpergewicht.

10. Auf das Kommando des Bootsführers wird die Fahrt fortgesetzt.

Stefan Meuwly

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