Va’a

Polynesische Auslegerboote im sportlichen Einsatz auf dem Chiemsee sind schnell, windunabhängig, motorlos umweltfreundlich und auf den Meeren seit 2000 Jahren bewährt!

Eine Wunderbare Dokumentation von arte findet Ihr hier:

Wenn diese Art des Wassersports zu Ihrer Philosophie passt freuen wir uns auf Ihre Mitgliedschaft.


Va’a ist das?

Auslegerkanu, Outrigger-Canoe


Pirogue (Frankreich), Wa’a (Hawaii), Va’a (Tahiti), Waka (Neu Seeland), Vaka (Marquesas)

Die Maori (Neu Seeland) / Maohi (Tahiti) glauben, dass Kanus ein Leben haben. Jedes Kanu entwickelt seinen ganz persönlichen Charakter im Wasser, es ist Teil der Mannschaft und transportiert diese sicher auf ihrer Reise und wieder nach Hause. Daher erwartet man von allen Paddlern, dass sie das Kanu mit Respekt behandeln. Nie lehnt oder setzt man sich auf ein Kanu mit Ausnahme auf die dafür vorgesehenen Plätze wenn es im Wasser ist. Im Kanu wird nicht gestanden und an Land auch nicht gesessen. Beim Transport werden alle Teile zugleich angehoben und das Kanu nicht fallen gelassen. Als Geste der Höflichkeit geht man stets um das Kanu herum und steigt niemals darüber hinweg, wenn man auf die andere Seite möchte. So wollen wir die alten Bräuche weiter pflegen und in diesem Sinne auch die geeigneten Crews auswählen.

Ein Auslegerkanu (Auslegerboot) oder englisch Outrigger-Canoe (abgk. OC) ist ein Kanu, welches konstruktionsbedingt nur mit Ausleger und Schwimmer sicher auf dem Wasser zu bewegen ist.

Geschichte

Die Geschichte des Auslegerkanus begann vor etwa 5.000 Jahren im Südchinesischem Meer. Von dort startete die Besiedlung von über 10.000 Inseln im südlichen Pazifischem Ozean. Durch die Erfindung des Auslegers (polynesisch Ama) konnte der Rumpf (Va’a) so schmal konstruiert werden, dass leicht erhebliche Geschwindigkeiten bei hoher Stabilität erreicht werden konnten.

Etwa vor 2.000 Jahren waren es die Polynesier, die mit verbesserten Booten größere Distanzen über das offene Meer überwanden und damit die entferntesten Winkel eroberten, bis sie zuletzt vor etwa 1.000 Jahren Neuseeland entdeckten. Das Auslegerkanu war die Grundlage zur Besiedlung der gesamten Südsee. Dazu kam die hervorragende Fähigkeit mit Hilfe der Sterne zu navigieren und Inseln in ihrer Nähe förmlich zu riechen oder durch Veränderungen der Wellenformationen zu orten. Jedoch beherrschen immer weniger Menschen noch die uralten Navigationskünste, die viel schwieriger zu erlernen sind als der Umgang mit GPS-Geräten.

Sport

Dieser Bootstyp ist bis in unserer Zeit in der Südsee immer noch ein Nutzfahrzeug, freilich häufig mit Außenbordmotoren ausgestattet. Allerdings wird die Tradition des Paddelns mit dem Auslegerkanu auf vielen Inseln sehr gepflegt, auf Tahiti ist Va’a oder Pirogue-Sport, wie er im französischsprachigem Raum heißt, mit Fußball in Deutschland zu vergleichen. Dort, sowie in Australien auf Hamilton Island (Queensland) und Hawaiʻi finden große internationale Outrigger-Regatten zwischen einigen Inseln statt. Das Molokai-Rennen ist wohl das Imageträchtigste, mit ca. 1.000 Athleten am Start und einer Renndistanz von über 40 Meilen. Die für solche Regatten genutzten Outrigger-Canoes werden nicht mehr wie früher aus dem Holz des Koa-Baumes hergestellt, sondern aus modernen Verbundkunststoffen.

Es gibt verschiedene Bootstypen, vom OC-1/2/3/4/6 oder 12er, DC-12 Double Canoe (2×6), vom Lagunen- oder Flachwasserboot bis zum hochseetauglichen Auslegerkanu. Aber am häufigsten werden 1er, 2er und die Königsklasse, der OC-6 eingesetzt. Ein solches Boot ist etwa 13,70 m lang, hat ein Gewicht von 155 kg und kostet mit Ausrüstung ca. 10.000 Euro (Stand 2005).

Der Weg dieses außergewöhnlichen Bootes ist aber eigentlich noch nicht beendet, denn nachdem es in Asien, Ostafrika, Australien, Nord- und Südamerika schon vor längerem Einzug gehalten hat, kommt es nun auch nach Europa. Die erste offene Europameisterschaft wurde im Oktober 2003 in Frankreich ausgetragen. Auf unserem Kontinent sind es mittlerweile etwa 30 Clubs, die diesen Sport betreiben, am häufigsten in Italien und Frankreich, aber auch in England und Schweden. Auch in Deutschland steigt die Zahl der Outrigger-Sportler, sowie die Anzahl der Vereine, die Outrigger-Canoes anbieten. Einige Kanu-Landesverbände, wie z.B. Hessischer KV, LKV-Bremen und LKV-Mecklenburg-Vorpommern haben diese Disziplin schon aufgenommen, bzw. stellen Ansprechpartner.

Quelle: Wikipedia

Kommentare deaktiviert für Va’a

    Webcam

    Wassertemp. Seebruck